Online Business & Bezahlsysteme
Stripe, PayPal, ablefy oder Digistore24? Wie viel Geld dich dein Bezahlsystem wirklich kostet
Ein paar Prozent Gebühren wirken zunächst unbedeutend. Doch sobald dein Business wächst, können daraus Tausende oder sogar Zehntausende Euro werden.
Was ich hinter den Kulissen eines Millionen-Businesses gelernt habe
Vor einigen Jahren arbeitete ich als Haupt-Webentwicklerin in einer sehr bekannten Coaching-Firma, die jedes Jahr mehrstellige Millionenumsätze machte.
Ich entwickelte Webseiten, verband Automationen, baute Zapier-Strecken und kümmerte mich um Bezahlsysteme und Buchhaltungsprozesse.
Es war unglaublich spannend, hinter die Kulissen eines so erfolgreichen Unternehmens zu blicken.
Und ich habe in dieser Zeit eine wichtige Lektion gelernt: Kleine technische Entscheidungen können finanziell sehr groß werden.
Früher lief fast alles über Sales Calls
Die hochpreisigen Produkte wurden damals hauptsächlich über Verkaufsgespräche verkauft.
Die Kundinnen und Kunden unterschrieben Rechnungen.
Doch für kleinere Produkte um die 400 € wollten wir den Kaufprozess automatisieren.
Und plötzlich stellte sich die Frage: Welches Bezahlsystem ist das richtige?
Zuerst entschieden wir uns für Digistore24
Damals war Digistore24 eine sehr attraktive Lösung.
Das Unternehmen übernahm viele rechtliche Themen. Es war sicher. Es funktionierte.
Aber dann passierte etwas.
Wir verkauften nicht ein paar Produkte.
Wir verkauften fast 3.000 davon.
Und plötzlich machten die Gebühren einen enormen Unterschied.
Kleine Prozente werden plötzlich sehr groß
Bei einem Produktpreis von 400 € können wenige Prozent Gebühren zunächst unbedeutend wirken.
Doch bei Tausenden Verkäufen summieren sie sich schnell.
Aus diesem Grund entschied sich das Unternehmen schließlich für eine andere Lösung:
WooCommerce in Kombination mit Stripe.
Damals war das allerdings alles andere als einfach.
Der einfache Stripe-Zahlungslink existierte damals noch nicht.
Ich kämpfte mich wochenlang durch WooCommerce.
- Zusätzliche Plugins
- Rechtliche Anforderungen
- DSGVO-Anpassungen
- Deutsche Rechnungs- und Steuerlösungen
Es war kompliziert.
Und ehrlich gesagt: Für viele kleine Online-Businesses völlig überdimensioniert.
Heute würde ich mich anders entscheiden
Wenn ich heute ein digitales Produkt verkaufen möchte, würde ich fast immer Stripe wählen.
Warum?
Weil es unglaublich einfach geworden ist.
- Stripe-Konto eröffnen
- Produkt anlegen
- Zahlungslink erstellen
- Verkaufen
Rechnungen und Belege können automatisch versendet werden.
Die Einrichtung dauert nicht Wochen, sondern Minuten.
Du kannst dich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: dein Angebot und deine Kundinnen und Kunden.
Wie groß sind die Unterschiede wirklich?
Nehmen wir ein Produkt für 400 €.
Die typischen Gebühren liegen ungefähr bei:
| Bezahlsystem | Typische Gebühren* | Grundgebühr* |
|---|---|---|
| Stripe | ca. 1,5–2,0 % + 0,25 € | 0 € |
| PayPal | ca. 2,49–2,99 % + 0,39 € | 0 € |
| ablefy | ca. 3,9 % + 0,50 € | 39 € netto/Monat |
| Digistore24 | ca. 7,9 % + 1 € | 0 € |
* Die genauen Gebühren können je nach Land, Zahlungsmethode und Vertragsmodell abweichen.
Auf dem Papier wirken diese Unterschiede nicht besonders groß.
Ein paar Prozent hier. Ein paar Euro dort.
Doch genau das dachte ich damals auch bis ich sah, was passiert, wenn ein Business wächst.
Was bleibt von 400 € wirklich übrig?
Die Gebühren pro Verkauf liegen bei einem Produkt für 400 € ungefähr bei:
| Bezahlsystem | Gebühren pro Verkauf | Du behältst |
|---|---|---|
| Stripe | ca. 8 € | ca. 392 € |
| PayPal | ca. 10–12 € | ca. 388–390 € |
| ablefy | ca. 16,10 € | ca. 383,90 € |
| Digistore24 | ca. 32,60 € | ca. 367,40 € |
Gerade die ablefy-Grundgebühr darf man beim Vergleich nicht vergessen.
39 € im Monat sind 468 € im Jahr.
Das bezahlst du unabhängig davon, ob du 100 Produkte verkaufst – oder keines.
Was passiert, wenn du gerade erst anfängst?
Nehmen wir an, du verkaufst zunächst nur ein Produkt pro Monat.
Dann hast du 4.800 € Jahresumsatz.
Bei Stripe liegen die Zahlungsgebühren grob bei: ca. 96 € pro Jahr.
Bei ablefy zahlst du ungefähr: 193,20 € Transaktionsgebühren + 468 € Grundgebühr = 661,20 € pro Jahr.
mehr pro Jahr bei gerade einmal zwölf Verkäufen.
Damit geht allein durch den Gebührenunterschied mehr als der Umsatz eines kompletten 400-€-Produkts verloren.
Und genau deshalb finde ich die monatliche Grundgebühr für Einsteiger besonders relevant.
Du weißt am Anfang noch gar nicht, wie gut sich dein Produkt verkaufen wird.
Sobald du regelmäßig verkaufst, ändert sich die Rechnung
| Bezahlsystem | Monatliche Gebühren |
|---|---|
| Stripe | ca. 80 € |
| PayPal | ca. 110 € |
| ablefy | ca. 200 € inkl. Grundgebühr |
| Digistore24 | ca. 326 € |
pro Monat – bei gerade einmal zehn Verkäufen.
Und jetzt verdoppeln wir die Verkäufe
| Bezahlsystem | Monatliche Gebühren |
|---|---|
| Stripe | ca. 160 € |
| PayPal | ca. 220 € |
| ablefy | ca. 361 € inkl. Grundgebühr |
| Digistore24 | ca. 652 € |
zwischen Stripe und Digistore24.
Und aufs Jahr gerechnet?
Bei nur 20 Verkäufen pro Monat:
5.904 €, die in deinem Business bleiben könnten.
Und genau deshalb wechselten wir damals von Digistore24 zu Stripe.
Denn bei fast 3.000 verkauften Produkten à 400 € wurde aus einem kleinen Prozentsatz plötzlich ein Unterschied von fast 74.000 €.
Das war der Moment, in dem ich Gebühren nie wieder als Nebensache betrachtet habe.
Und jetzt rechnen wir mit den 3.000 Verkäufen von damals
20 Verkäufe pro Monat sind das eine.
Aber was passiert, wenn aus einem Produkt plötzlich ein echter Erfolg wird?
Genau das habe ich damals erlebt.
Wir verkauften fast 3.000 Produkte zu jeweils 400 €.
Das entspricht:
1.200.000 € Umsatz.
Und jetzt werden die kleinen Prozentzahlen von oben plötzlich ziemlich groß.
Bei unseren vereinfachten Beispielgebühren ergibt sich ungefähr:
| Bezahlsystem | Kosten bei 3.000 Verkäufen |
|---|---|
| Stripe | ca. 24.000 € |
| PayPal | ca. 33.000 € |
| ablefy | ca. 48.768 € inkl. 1 Jahr Grundgebühr |
| Digistore24 | ca. 97.800 € |
Der Unterschied zwischen Stripe und ablefy:
ca. 24.768 €.
Der Unterschied zwischen Stripe und Digistore24:
ca. 73.800 €.
Fast 74.000 € Unterschied.
Und plötzlich reden wir nicht mehr über ein paar Euro Transaktionsgebühren.
Wir reden über einen Betrag, für den du problemlos professionelle technische Unterstützung bezahlen kannst und trotzdem noch sehr viel Geld sparst.
Genau das war der Punkt, an dem sich meine Sicht auf Bezahlsysteme verändert hat.
Denn wenn dein Business wächst, wächst eine prozentuale Gebühr einfach mit.
Ein Webentwickler wird dagegen nicht automatisch jedes Mal teurer, nur weil du ein weiteres Produkt verkaufst.
Und deshalb würde ich heute zweigleisig denken:
Am Anfang: so simpel wie möglich mit Stripe starten.
Wenn das Business wächst: lieber prüfen, ob sich eine eigene technische Lösung lohnt, bevor ich dauerhaft mehrere Prozent meines Umsatzes an eine Verkaufsplattform abgebe.
Denn bei 1,2 Millionen Euro Umsatz können selbst scheinbar kleine Unterschiede plötzlich Zehntausende Euro ausmachen.
1,2 Millionen Euro Umsatz sind nicht 1,2 Millionen Euro Gewinn
Bei 3.000 verkauften Produkten zu jeweils 400 € sprechen wir über:
1.200.000 € Umsatz.
Das ist eine beeindruckende Zahl.
Aber sie sagt noch lange nicht, wie viel Geld am Ende tatsächlich übrig bleibt.
Denn vom Umsatz gehen zunächst die Kosten des Unternehmens ab:
- Bezahlsysteme.
- Software.
- Werbung.
- Mitarbeiter oder Dienstleister.
- Technik.
- Buchhaltung.
- Und viele weitere laufende Ausgaben.
Erst was nach diesen Kosten übrig bleibt, ist Gewinn. Und auf diesen Gewinn kommen schließlich noch Steuern.
Genau deshalb sollte man bei hohen Umsätzen nicht denken, dass ein paar Prozent Gebühren keine große Rolle mehr spielen.
Eigentlich ist das Gegenteil der Fall.
In unserem Beispiel kosten 3.000 Verkäufe über Digistore24 rund 73.800 € mehr als über Stripe.
Fast 74.000 €.
Und dieses Geld fehlt bereits, bevor wir darüber sprechen, was nach allen weiteren Kosten und Steuern tatsächlich bei dir bleibt.
Natürlich sind solche Gebühren Betriebsausgaben und können steuerlich berücksichtigt werden.
Aber das macht sie nicht kostenlos.
Wenn du 100 € unnötig ausgibst, sparst du dadurch nicht 100 € Steuern.
Am Ende bleibt trotzdem weniger Geld bei dir.
Bei 500 € Umsatz im Monat würde ich deshalb nicht anfangen, jeden Prozess bis auf den letzten Euro zu optimieren.
Dann ist viel wichtiger:
Anfangen. Verkaufen. Herausfinden, ob dein Angebot überhaupt funktioniert.
Deshalb würde ich zu Beginn so simpel wie möglich starten:
Wenn daraus irgendwann 5.000 €, 20.000 € oder 100.000 € Monatsumsatz werden, sieht die Sache anders aus.
Dann können ein paar Prozent Unterschied bei den Gebühren plötzlich Tausende oder sogar Zehntausende Euro ausmachen.
Und spätestens dann würde ich sehr genau rechnen, bevor ich zu einem größeren und teureren Shopsystem wechsle.
Es ist langfristig wesentlich günstiger, einmal einen guten Webentwickler zu bezahlen, der die benötigten Prozesse direkt mit Stripe und der eigenen Website umsetzt.
Wie erfolgreich ein Business wirklich ist, zeigt sich deshalb nicht nur am Umsatz sondern auch daran, wie effizient die Prozesse dahinter aufgebaut sind.
Und genau deshalb würde ich auch bei einem sehr erfolgreichen Business weiterhin auf Stripe setzen:
Je größer die Umsätze werden, desto wichtiger wird ein schlanker Bezahlprozess, der nicht unnötig viel vom Umsatz auffrisst.
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